In eigener Sache

 

.

😉

Advertisements

Suffer well – Leide gut

Theaterstück in 2 Leidensakten

Mitwirkende:  Der Schmerz und die Hoffnungslosigkeit

Der Theatersaal ist voll besetzt.

Aus allen Richtungen sind sie gekommen, aus jeder Altersklasse, aus allen Gesellschaftsschichten …
Niemand spricht, nur verstohlene Blicke wandern durch die Reihen.

Das sind sie also, die Seelenkranken, die ihren Schmerz nicht nur fühlen wollen – nein – sie wollen ihn jetzt auch noch auf der Bühne in Aktion sehen.

Der Vorhang öffnet sich …

1. Akt

Langsam dreht sich eine völlig in schwarz verhüllte Gestalt dem Publikum zu. Sein Gesicht ist nicht zu erkennen, aber seine Stimme geht sofort durch Mark und Bein, lässt Nackenhaare aufstellen und Gänsehaut hervorkommen.

‚Guten Abend, werte Leidenden!

Angst
Selbstzweifel
Unsicherheit
Lethargie
Depression
Sucht & Todessehnsucht

Ihr versüßt mir damit meine Existenz!

Dabei bewegt ihr Euch, schlaft, esst und trinkt genau wie alle anderen, die grade mal nicht leiden müssen. Heute zählt aber nur Ihr, Ihr die mich empfangen habt egal wie es dazu kam. Es interessiert mich nicht wirklich. Wahrscheinlich habt Ihr Euch was vorgaukeln lassen, also beschwert Euch nicht. Evtl. seid Ihr auch selbst an Eurer Misere schuld, es ist mir gleich. Ich bin für Eure Schmerzen da und Ihr könnt auf mich bauen.
Zwischendurch werde ich Euch einen Funken Vernunft schenken, um Euch den Schmerz zu verdeutlichen.
Ich zeige Euch dann die Perspektivlosigkeit, glasklar, dass selbst Blinde sehen können.
Ihr werdet nicht mal mehr wissen wie man das Wort ‚Mut’ wirklich schreibt und was es eigentlich bedeutet. Denn damit könnte man mich, den Schmerz, ggf. überwinden. Dies werde ich mit allen Mitteln meiner Kunst verhindern.

Die Sehnsucht nach warmen, agilen Fleisch wird Euch um den Verstand bringen. Wann war es das letzte Mal, als Euch Jemand aus Liebe und Verlangen berührt hat?

Egal, jetzt kümmere ich mich um Euch. Eure Tränen trinke ich und ich berausche mich an ihnen.
Sie sind mein Schatz!

Und nun stelle ich Euch noch schnell vor der Pause meine Geliebte vor, die Hoffnungslosigkeit. Sie begleitet einen bis in den Tod – und es wird nicht meiner sein ….’

Die Hoffnungslosigkeit ist nicht wirklich zu sehen, nur zu spüren. Sie bringt eine Kälte mit sich, die den Pulsschlag jedes Zuschauers sofort auf einen kritischen Wert drosselt.

Pause

Schweigend verlässt das Publikum den Saal und strömt ins Foyer. Hochprozentiges verspricht den zweiten Akt halbwegs erträglich zu machen und fast alle nutzen die kurze Zeit richtig aus.
Ein paar Zuschauer flüchten zu den WCs, damit sie ungesehen ein wenig von ihrem Schmerz ausweinen können. Letztlich findet man auch von ihnen fast alle dann noch an der Bar.
Ein schrilles Läuten schreckt sie zum Rückweg zu ihren Plätzen auf …

2. Akt

Der Schmerz wirkt jetzt noch größer als vor der Pause und er deutet mitten ins Publikum.

‚Seht Ihr den leeren Sitzplatz dort?’

Mit dem Ausstrecken seines Armes ging genau über dem angezeigten Platz ein Deckenscheinwerfer an.

‚Der war vorhin noch besetzt! 

Ich hatte sie lange genug gequält. Ihr einen Dornenkranz um ihr Herz gedrückt – stetig enger gezogen, ihre Seele getreten, ihr den Hals zugeschnürt … – Ihr wisst von was ich spreche!
Sie war ein schwerer Fall. Immer wieder kam diese Hoffnung und wollte mich besänftigen.
Mit Träumereien, ausgesuchten Erinnerungen und Augenwischerei wollte sie mir mein schönes Spiel verderben.
Ich zeigte ihr im Gegenzug die Bilder, die sie als Tatsachen nicht widerlegen konnte und nach einer Weile fand endlich meine Geliebte Zugang zu ihr.

Meine Geliebte und ich werden im Foyer eine Autogrammstunde geben.

Geht dann nach Hause – und seit Euch gewiss …
Ich werde jeden Einzelnen von Euch begleiten, auf mich ist Verlass.

Selbst wenn Jemand von Euch mich an einer Ecke abschütteln kann, ich warte … ich habe Zeit. Ich krieg Euch alle ….. w i e d e r ….

Suffer well’

Ende

© Biggi

 

Wer hat Angst vorm schwarzen Erpel?

Da geh ich doch mit Herrn Schmerzengel gestern ein wenig auf der Zeil shoppen und schon im ersten Geschäft raunt mir ein kleiner schwarzer Kerl zu: „Rette mich aus dieser fürchterlichen Duftzone und nimm mich mit zu Dir.“

Er war wirklich in einem bösen Stall gefangen. Überall glitzerte es und rosa Plüsch umzingelte ihn. Ich selbst war an diesen Ort immer nur dann, wenn ich jemanden begleiten musste. Mir bleibt dort einfach die Luft weg!

Parfümerie Douglas ist für mich Mordor 😉

Hier ist nun also mein neuer Schützling ….

Nach der Saison = Vor der Saison …

Dachte sich auch die Eintracht aus Frankfurt und bereitete schon mal eine Tabellenübersicht vor, mit der ich mich auch nach dem 34. Spieltag der Bundesligasaison 2008/2009 anfreunden könnte …

 

:mrgreen:

 

Nachtrag vom 04. August 2008

Auf Wunsch von zwei Herren tauschten …

Bochum mit Stuttgart

und

Karlsruhe mit Hoffenheim

.

Hiermit sind also die ersten drei Plätze fest vergeben! 🙂

Die Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

Bei einer zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: ‚Wer bist du?‘

Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. ‚Ich? Ich bin die Traurigkeit‘, flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.

‚Ach, die Traurigkeit!‘ rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.

‚Du kennst mich?‘ fragte die Traurigkeit misstrauisch.

‚Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet.‘

‚Ja, aber…‘, argwöhnte die Traurigkeit, ‚warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?‘

‚Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?‘

‚Ich… ich bin traurig‘, antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. ‚Traurig bist du also‘, sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf.

‚Erzähl mir doch, was dich so bedrückt.‘

Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. ‚Ach, weißt du‘, begann sie zögernd und äußerst verwundert, ‚es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter den Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.‘

Die Traurigkeit schluckte schwer. ‚Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe.

Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen.‘

‚Oh ja‘, bestätigte die alte Frau, ’solche Menschen sind mir schon oft begegnet.‘

Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. ‚Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zubauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut.

Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.‘ Die Traurigkeit schwieg.

Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.

Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. ‚Weine nur, Traurigkeit, flüsterte sie liebevoll, ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern.

Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt.‘

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen.

Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: ‚Aber… aber – wer bist eigentlich du?‘

‚Ich?‘ sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. ‚Ich bin die Hoffnung.‘

Hier gefunden und für schön befunden …

Endgeil – Shirt Of The Year 2008!

Zur Erinnerung:

Dieses Shirt war es 2007! :mrgreen:

Kopf:Kino

 

Stille schreit um sich
Gebunden an einen einsamen Stuhl
Es ist kalt und dunkel

~~~

Weit oben im Turm verlacht
ein vergittertes Fenster die Situation
Der Mond zieht sich verräterisch
hinter schwarze Wolkenungeheuer zurück

~~~

Gedanken wachsen wie Stalaktiten von der Decke
Spinnen weben ihre Netze dazwischen
Laben sich an falschen Hoffnungen und Wünschen

~~~

Bittersüß durchzieht die Vergangenheit die Gegenwart
Die Zeit macht eine Pause
und erdrosselt jegliche Regung
Lethargie bedeckt die Wände

© Biggi

 

~~~~~~~~

„Ich glaub, ich brauch wirklich bald Urlaub!“ 😉